Medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum in Mari­en­müns­ter fei­er­lich eröffnet

Ärz­te sol­len lang­fris­tig praktizieren

Mari­en­müns­ter

Mit der Eröff­nung des neu­en Medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­trums (MVZ) in Mari­en­müns­ter ist ein zukunfts­wei­sen­des Pro­jekt voll­endet wor­den. Bei der Fei­er gab es viel Lob und Aner­ken­nung für die Ver­ant­wort­li­chen. Beson­ders ein Mann wur­de gewürdigt.

Von Josef Köhne

Frei­tag, 09.10.2026, 11:00 Uhr

Sie haben Mut bewie­sen, über­nah­men Ver­ant­wor­tung und leg­ten den Grund­stein für das Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­trum (MVZ) in Mari­en­müns­ter (von links): Bür­ger­meis­ter a. D. Josef Suer­mann, Pra­xis­lei­te­rin Olga Krahn und Dr. Tobi­as Lun­e­mann. Foto: Josef Köhne

„Sie haben es geschafft und dür­fen stolz auf sich sein: der Rat der Stadt, das bewähr­te Pra­xis­team und die Geschäfts­füh­rung des MVZ“, hieß es wäh­rend der Fei­er­stun­de. Mit der Schlüs­sel­über­ga­be für das neue Gebäu­de am Mitt­woch, 7. Okto­ber, fand ein Vor­ha­ben sei­nen Abschluss, das vor eini­gen Jah­ren noch mit erheb­li­chen Unsi­cher­hei­ten ver­bun­den war.

Heu­te arbei­ten dort meh­re­re Ärz­tin­nen und Ärz­te zusam­men, um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Men­schen in der kleins­ten Stadt des Krei­ses Höx­ter lang­fris­tig zu sichern.

Gemein­sa­mer Kraft­akt über­trifft alle Erwartungen

Begrüßt wur­den Gäs­te und Ehren­gäs­te der Eröff­nungs­fei­er von der medi­zi­ni­schen Lei­te­rin Olga Krahn. Sie ver­schwieg die anfäng­li­chen Beden­ken nicht, hob jedoch das „her­vor­ra­gen­de Zusam­men­spiel aller Betei­lig­ten“ hervor.

Ohne die Zusam­men­ar­beit von Medi­zi­nern, Ver­wal­tung, Rat, Pra­xis­team und Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft wäre die­ser Kraft­akt nicht mög­lich gewe­sen, sag­te sie. Ein gro­ßes Lob zoll­te sie den Pla­nern und allen am Bau Betei­lig­ten. „Ich hät­te nie geglaubt, dass Sie das alles in dem vor­ge­ge­be­nen Zeit­rah­men schaf­fen wür­den“, sag­te Krahn.

Wei­te­re Nach­rich­ten aus der Region

Bür­ger­meis­ter Kai Schött­lers Dank galt ins­be­son­de­re sei­nem Amts­vor­gän­ger Josef Suer­mann, der den dro­hen­den Ärz­te­man­gel früh­zei­tig erkann­te habe und bereits im Jahr 2020 gemein­sam mit sei­nem Ver­wal­tungs­team sowie den Ärz­ten Dr. Tobi­as Lun­e­mann und Olga Krahn mutig und ziel­stre­big ange­gan­gen sei. Als fach­kun­di­ge Bera­te­rin war von Beginn an Gabrie­le Dos­tal, Geschäfts­füh­re­rin der Dos­tal & Part­ner Manage­ment-Bera­tung GmbH, mit im Boot.

„Mit viel Zuver­sicht“ und guten Wün­schen über­reich­te Bür­ger­meis­ter Kai Schött­ler den sym­bo­li­schen Schlüs­sel an die med. Lei­te­rin Olga Krahn und Pra­xis­ma­na­ge­rin Simo­ne Becker. Foto: Josef Köhne

Wie in den fol­gen­den Aus­füh­run­gen deut­lich wur­de, hat sich seit der Grün­dung des MVZ im April 2024 in Mari­en­müns­ter viel getan. Mit der Über­nah­me und kom­mu­na­len Wei­ter­füh­rung der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung wur­de ein zukunfts­wei­sen­der Weg eingeschlagen.

Das bie­tet das neue Ärztehaus

Das Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­trum (MVZ) Mari­en­müns­ter hat sei­nen Sitz am Anger­berg 25 in Vör­den. In dem Neu­bau ste­hen 15 Behand­lungs- und Dia­gnos­tik­räu­me zur Ver­fü­gung. Aktu­ell arbei­ten dort vier Ärz­te: Olga Krahn (All­ge­mein­me­di­zin), Dr. Olga Gau­ert (Inne­re Medi­zin), Dr. Jux­hin Puka (All­ge­mein­me­di­zin) und Ste­fan Brü­chert (Neu­ro­lo­gie). Zudem gehört die Wei­ter­bil­dungs­as­sis­ten­tin Saskia Köh­ne zum Team. Per­spek­ti­visch bie­tet das Gebäu­de Platz für fünf bis sechs Ärz­te. Zum Ange­bot gehö­ren die haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung mit Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen, Dia­gnos­tik und The­ra­pie sowie neu­ro­lo­gi­sche Behand­lun­gen. Die Sprech­zei­ten sind mon­tags und don­ners­tags von 8 bis 12 und 16 bis 18 Uhr, diens­tags von 8 bis 11 und 15 bis 17 Uhr sowie mitt­wochs und frei­tags von 8 bis 12 Uhr. Vor­mit­tags gibt es eine offe­ne haus­ärzt­li­che Sprech­stun­de ohne Anmel­dung. Nach­mit­tags ist eine Ter­min­ver­ein­ba­rung erfor­der­lich. Kon­takt: Tele­fon 05276/1021, www.mvz-marienmuenster.de. Das MVZ nimmt auch neue Pati­en­ten auf.

Ein Weg, den Rat, Ver­wal­tung sowie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger heu­te gemein­sam beschrei­ten. Ein Weg, auf dem sich die im MVZ ange­stell­ten Ärz­tin­nen und Ärz­te eben­so wie das gesam­te Pra­xis­team mit gan­zer Kraft ein­brin­gen und den Pati­en­ten nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen zur Sei­te ste­hen, wur­de bei der Fei­er deutlich.

Mit einem strah­len­den Lächeln führ­te Pra­xis­mit­ar­bei­te­rin Sabri­na Kun­ze die Gäs­te durch die neu­en, modern ein­ge­rich­te­ten Räu­me. Foto: Josef Köhne

Die Fra­ge, ob das neue kom­mu­na­le MVZ Mari­en­müns­ter ein­zig­ar­tig ist, moch­te kei­ner der anwe­sen­den Gäs­te ein­deu­tig beant­wor­ten. Einig waren sich jedoch alle in einem Punkt: „Es ist groß­ar­tig! Man fühlt sich von dem von Simo­ne Becker gelei­te­ten Pra­xis­team ange­nom­men und sehr wohl.“

Dass die in Mari­en­müns­ter prak­ti­zier­te ärzt­li­che Ver­sor­gung auch weit über den Kreis Höx­ter hin­aus Beach­tung fin­det, zeigt unter ande­rem das Buch „Nach­hal­ti­ge Regio­nal­Ge­sund­heit Ost­west­fa­len-Lip­pe – Bestands­auf­nah­me und Handlungsperspektiven“.

Unge­wöhn­li­cher Weg zum Erfolg

Dar­in heißt es: „Der Stadt Mari­en­müns­ter ist es mit der Grün­dung eines kMVZ als GmbH gelun­gen, die loka­le haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung im zen­tra­len Ort Vör­den vor­erst zu sichern. Nach län­ge­rer Anbah­nungs­pha­se erfolg­ten die Grün­dung und Eta­blie­rung des kMVZ inner­halb von etwa einem Jahr. Die­ser Schritt ist heu­te in der Ver­sor­gungs­land­schaft nicht typisch, da er als risi­ko­be­haf­tet und zeit­in­ten­siv wahr­ge­nom­men wird.“

Auf ihre Arbeit muss­ten alle ver­trau­en (von links): Archi­tekt und Bau­lei­ter Tho­mas Heye, Archi­tekt Mat­thi­as Aus­ter­mann, Büro­mit­ar­bei­te­rin Ame­lie Probst, Bau­amts­mit­ar­bei­ter Klaus Hasen­bein und Bau­amts­lei­ter Ste­fan Nie­mann. Foto: Josef Köhne

Wei­ter wird her­vor­ge­ho­ben, dass die Grün­dung unter ande­rem des­halb gelang, weil die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen ein aus­ge­präg­tes Pro­blem­be­wusst­sein, ein aner­kann­tes kom­mu­na­les Zustän­dig­keits­emp­fin­den und Ziel­stre­big­keit bewiesen.

Weg­be­rei­ter mit Weitblick

Auch in Mari­en­müns­ter selbst wird in die­sem Zusam­men­hang immer wie­der an das ent­schlos­se­ne Vor­ge­hen des dama­li­gen Bür­ger­meis­ters Josef Suer­mann und die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit mit den ört­li­chen Medi­zi­nern Olga Krahn und Dr. Tobi­as Lun­e­mann erin­nert. Ihr gemein­sa­mes Enga­ge­ment und der Wil­le, die Gesund­heits­ver­sor­gung der Men­schen vor Ort lang­fris­tig zu sichern, führ­ten schließ­lich zu dem nun gefei­er­ten Erfolg.

Den kirch­li­chen Segen für das neue Gebäu­de und die dort arbei­ten­den Men­schen spen­de­te Pas­tor Mar­cus Falke-Böhne.